Interrail-Routen: die besten Strecken und Reisepläne

Stell dir vor: Ein einziger Pass in der Tasche, und ganz Europa liegt vor dir. Morgens rollst du an schneebedeckten Alpengipfeln vorbei, abends sitzt du mit einem Aperol am Mittelmeer. Damit aus dieser Freiheit ein gelungenes Abenteuer wird, kommt es auf eine clevere Routenplanung an: Das spart Zeit und Geld, vermeidet unnötiges Hin und Her und passt zu deinem Reisestil. In diesem Artikel zeigen wir dir, wie du deine Interrail-Route planst, welche Routen sich für welches Zeitfenster eignen und welche Strecken sich nach Region lohnen. Dazu gibt's praktische Tipps, mit denen deine Reise entspannter wird. Egal, ob du 7 oder 30 Tage hast – wir haben eine Route für dich, die du sofort für dein Abenteuer übernehmen kannst.

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13 Min. Lesezeit

Interrail-Routen: die besten Strecken und Reisepläne

So planst du deine Interrail-Route

Bevor du anfängst, dir Ziele auf der Karte anzupinnen, klär die Grundlagen. Wie viele Tage hast du zur Verfügung? Überlege dann, wie viele Länder realistisch in diese Zeit passen. Ein häufiger Anfängerfehler ist, zu viel reinzuquetschen – plane lieber eine Extra-Nacht anstelle einer schnellstmöglichen Weiterfahrt ein, damit du jeden Ort auch genießen kannst.

Eine Karte mit Beispielen für Interrail-Routen

Für die Routenplanung gibt es drei einfache Methoden. Bei der Listen-Methode schreibst du alle Orte auf, die du sehen willst, ordnest sie nach Nähe oder Priorität, und verbindest sie zu einer Linie. Bei der Rückfahrt-Methode planst du eine Rundreise, damit du am Ende bequem nach Hause kommst. Bei der Modifizierungs-Methode nimmst du eine bestehende Route als Vorlage und veränderst sie nach deinem Geschmack.

Wichtig ist auch die Wahl des Passes. Mit dem Interrail Global-Pass reist du durch alle teilnehmenden Länder – ideal, wenn du eine weite Strecke abgrasen und maximal flexibel bleiben willst. Der günstigere Ein-Länder-Pass konzentriert sich logischerweise auf ein einzelnes Land. Die Dauer deines Passes bestimmt dabei die Länge deiner Route: Je mehr Reisetage, desto weiter kannst du theoretisch fahren.

Denk außerdem an Sitzplatzreservierungen, die bei Hochgeschwindigkeits- und Nachtzügen in einigen Ländern Pflicht sind. Falls du auch in eher unkomfortablen Orten schlafen kannst, sind Nachtzüge besonders praktisch, denn du sparst eine Übernachtung und wachst am Zielort auf. Aber pass auf, dass effizientes Planen nicht deine Spontanität untergräbt. Lieber weniger Stopps mit mehr Zeit als eine Hetzjagd durch zehn Städte – man weiß nie, in welchen (oder in welchem) Ort man sich verlieben wird und sich dann wünscht, mehr Zeit dort eingeplant zu haben.

Wie plant man also eine Interrail-Route? Kurz gesagt: Zeitfenster festlegen, Länderzahl realistisch wählen, Route mit wenig Umwegen zeichnen, Reservierungen früh buchen und Puffer für Spontanes einbauen. Ein gutes Routen- oder Karten-Tool hilft dir dabei, den Überblick zu behalten und spontane Stopps während der Zugfahrt zu machen.

Ein Punkt, den viele unterschätzen ist die Internetverbindung unterwegs. Deine Reise offline vorzuplanen ist schön und gut, aber für Live-Zugzeiten, Navigation und Last-Minute-Buchungen ist es deutlich entspannter, wenn du überall online bist. Wenn du keine europäische SIM-Karte hast, kann eine eSIM für Europa wie die von Saily helfen, dich grenzüberschreitend verbunden zu halten. Saily wird vom Team hinter NordVPN entwickelt und liefert dir günstige mobile Daten direkt über die Saily-App – ganz ohne QR-Code.

Was kostet Interrail und lohnt es sich?

Der Preis eines Interrail-Passes richtet sich nach deinem Alter, der Reiseklasse, der Zahl der Reisetage, der Gültigkeitsdauer und dem Reiseland. Für Reisende bis zu 27 Jahren kostet der Global-Pass bei 4 Reisetagen 212 €, bei 5 Reisetagen 239 €, bei 7 Reisetagen 286 €, bei 10 Reisetagen 335 € und bei 15 Reisetagen 415 €. Allgemein gilt: Je mehr Tage du buchst, desto günstiger wird der einzelne Reisetag.

Falls du noch nicht sicher bist, ob du nicht doch einfach fliegen solltest: Bei Multi-City-Trips mit mehreren Stopps ist Interrail zwar nicht immer günstiger, aber einfacher. Du zahlst nur einen Pass statt vieler Einzelflüge, sparst dir teure Flughafentransfers und reist direkt von Stadtzentrum zu Stadtzentrum. Dazu kommt die Flexibilität, deine Pläne unterwegs ändern zu können, ohne neue Tickets zu kaufen. Wenn du allerdings nur wenige Städte besuchen willst, kann Fliegen praktischer sein. Anhand dieses Beispiels für eine 4-Städte-Reise im August kriegst du eine Idee, wie sich die Preise vom Interrail-Pass und Flügen unterscheiden:

Ein Preisvergleich zwischen einem Interrail-Pass und einer Flugreise

Wie du siehst, ist Fliegen in diesem Beispiel bei weitem die günstigere Option. Da Flugpreise sich allerdings jederzeit ändern können, ist es schwierig, eine pauschale Antwort auf die Frage zu geben, ob Fliegen günstiger als Interrail ist. Am Ende hängt das auch davon ab, wie viele Orte du besuchen möchtest. Je mehr Stopps du machen willst, desto teurer wird die Reise per Flugzeug. 

Aber Vorsicht, genau wie Fliegen hat auch Interrail versteckte Kosten wie Sitzplatzreservierungen, Zuschläge für Nachtzüge und den Nahverkehr in den Städten. Am günstigsten reist du mit Jugend- und Seniorenrabatten, in der Nebensaison und wenn du dich für regionale Routen statt Hochgeschwindigkeitszüge entscheidest.

Welche Länder kannst du mit Interrail bereisen?

Interrail deckt fast ganz Europa ab – mit dem Global-Pass reist du durch 33 teilnehmende Länder. Damit hast du eine riesige Auswahl an möglichen Routen. Hier ein grober Überblick nach Region:

Westeuropa

Mitteleuropa

Südeuropa

Ost- und Südosteuropa

Nordeuropa

Frankreich

Deutschland

Italien

Rumänien

Dänemark

Niederlande

Österreich

Griechenland

Bulgarien

Schweden

Belgien

Schweiz

Kroatien

Serbien

Norwegen

Luxemburg

Tschechien

Türkei

Bosnien und Herzego­wina

Finnland

Irland

Polen

Montenegro

Estland

Groß­britannien

Ungarn

Nord­mazedonien

Lettland

Spanien

Slowakei

Litauen

Portugal

Slowenien

Manche Bahnnetze sind ein Erlebnis für sich. Die Schweizer Bahnen sind für ihre Panoramastrecken und Weltklasse-Pünktlichkeit bekannt, das französische TGV-Netz ist besonders gut ausgebaut und Italien verbindet Kunststädte mit spektakulären Küstenfahrten. Ein Punkt, der leider etwas Spontanität raubt: In Ländern wie Frankreich, Italien und Spanien brauchst du für viele Schnellzüge eine teils kostenpflichtige Reservierung, während beispielsweise Griechenland und Nordmazedonien begrenzte Bahnnetze haben, teilweise sogar ohne Grenzübergang. Schau deshalb unbedingt vorab in den Fahrplan, damit du nicht am Bahnsteig im Regen stehen musst.

Die besten Interrail-Routen nach Reisedauer

Hat dich das Reisefieber gepackt? Dann kannst du mit den folgenden Routen sofort loslegen. Passe sie einfach an oder übernehme sie einfach. Die Routen sind nach deiner verfügbaren Zeit sortiert und listen Städte, empfohlene Übernachtungen und den passenden Reisestil auf. Welche Interrail-Route die beste ist, hängt ganz von deiner Zeit und deinen Interessen ab – in dieser Liste findest du bestimmt die passende für dich.

1. Interrail-Route für 1 Woche

Foto von Paris

Für eine Woche eignet sich eine kompakte Route mit wenig Umwegen. Ein Klassiker führt von Amsterdam über Brüssel nach Paris, mit einem zusätzlichen Stopp deiner Wahl. Diese Strecke ist perfekt für Erstreisende mit wenig Zeit, und weil du nur wenige Reisetage brauchst, bleiben die Passkosten niedrig.

  • Amsterdam – 2 Nächte

  • Brüssel – 1 Nacht

  • Brügge – 1 Nacht

  • Paris – 3 Nächte

2. Interrail-Route für 2 Wochen

Foto von Wien

Mit zwei Wochen hast du Zeit für eine ausgewogene Route mit 4 bis 6 Städten. Eine beliebte Mitteleuropa-Schleife führt durch Deutschland, Österreich und Tschechien – genug Abwechslung, ohne dass du hetzen musst. Ideal für alle, die Vielfalt wollen und trotzdem entspannt reisen.

  • München – 2 Nächte

  • Innsbruck – 1 Nacht

  • Salzburg – 2 Nächte

  • Wien – 3 Nächte

  • Prag – 3 Nächte

Beachte die Jahreszeit: Im Hochsommer ist gutes Wetter zwar wahrscheinlicher, die Städte sind jedoch voller und Unterkünfte teurer. In der Nebensaison reist du günstiger und mit mehr Ruhe.

3. Interrail-Route für 3 Wochen

Foto von der italienischen Küste

Drei Wochen reichen für eine längere Route über West- bis Südeuropa. Eine schöne Variante, die viele schöne Städte und Küstenabschnitte in einem Trip verbindet, ist eine Reise über Frankreich und Italien. 

  • Paris – 3 Nächte

  • Lyon – 2 Nächte

  • Avignon oder Montpellier – 1 Nacht

  • Marseille – 2 Nächte

  • Nizza – 2 Nächte

  • Mailand – 2 Nächte

  • Cinque Terre – 2 Nächte

  • Florenz – 3 Nächte

  • Rom – 4 Nächte

Nachtzüge sparen dir bei diesen Distanzen Zeit und Hotelkosten, etwa auf den langen Etappen Richtung Süden. Halte das Tempo bewusst ruhig: Du kannst nach jeder längeren Zugfahrt einen ruhigen Tag machen, damit dir während der Reise nicht die Puste ausgeht. Überspring also gerne eine dieser Städte, falls du mehr Zeit zum Entspannen brauchst.

4. Interrail-Route für 1 Monat

Eine Backpackerin die in einen Zug einsteigt

Ein ganzer Monat lädt zur großen Rundreise ein – zum Beispiel von Westeuropa über den Balkan zurück nach Mitteleuropa. Diese ambitionierte Route ist perfekt für Gap-Year-Reisende und digitale Nomaden. Für so lange Trips lohnt sich ein Pass mit längerer Laufzeit.

  • Paris – 3 Nächte

  • Lyon – 2 Nächte

  • Zürich – 2 Nächte

  • Mailand – 2 Nächte

  • Venedig – 2 Nächte

  • Ljubljana – 2 Nächte

  • Zagreb – 2 Nächte

  • Belgrad – 3 Nächte

  • Budapest – 3 Nächte

  • Wien – 3 Nächte

  • Prag – 3 Nächte

  • Berlin – 3 Nächte

Auch hier gilt: Baue dir Ruhetage ein, wenn dir dieser Plan zu hektisch erscheint. Einer der entscheidenden Vorteile des Interrail-Passes ist, dass du deine Pläne spontan ändern kannst. Nutze diese Möglichkeit, um spontan ein oder zwei Nächte länger in einer Stadt zu bleiben. 

Beliebte Interrail-Routen nach Region

Auch wenn Interrail es besonders einfach macht, weite Strecken über mehrere Länder zurückzulegen, ist diese Art des Reisens nicht immer ideal. Manchmal möchte man sich auch auf eine bestimmte Region konzentrieren, um diese näher kennenzulernen. Deshalb zeigen wir euch hier regionale Routen, mit Vorschlägen für Strecke, Highlights und für wen sie sich eignen. 

1. Interrail in West- und Mitteleuropa: Der Klassiker

Foto von Amsterdam am Wasser

Diese beliebte Einsteigerroute verbindet einige der größten Namen West- und Mitteleuropas: London, Paris, Amsterdam und Berlin. Perfekt, wenn du noch nie in diesen ikonischen Städten warst. Rechne im Sommer allerdings mit vielen Menschen und höheren Preisen.

  • London – 3 Nächte

  • Paris – 3 Nächte

  • Amsterdam – 3 Nächte

  • Berlin – 3 Nächte

2. Interrail-Route in Skandinavien

Foto von den Nordlichtern

Für Naturliebhaber und Städtefans zugleich lohnt sich eine Nordeuropa-Route über Kopenhagen, Stockholm und Oslo, optional mit einem Abstecher zu den norwegischen Fjorden. Rechne mit höheren Kosten als im Rest Europas. Dafür wirst du mit einem langen skandinavischen Sommer belohnt, der dir fast endloses Tageslicht bietet. Die Wintertage sind hier allerdings besonders kurz.

  • Kopenhagen – 3 Nächte

  • Stockholm – 3 Nächte

  • Oslo – 2 Nächte

  • Bergen und Fjorde (optional) – 2 Nächte

Ein Tipp für Nordlicht-Jäger: Wenn du Zeit hast, lohnt sich die Reise von Oslo über Trondheim Richtung Bodø. Nach dieser langen Reise die Aurora Borealis über dir zu sehen, ist ein unbeschreibliches Gefühl.

3. Osteuropa für Einsteiger

Foto von Budapest

Der Geheimtipp für alle, die viel Erlebnis fürs Geld wollen: Wien, Budapest, Krakau und Prag liegen nah beieinander und sind deutlich günstiger als Westeuropa. Diese Route für Sparfüchse bietet charmante Städte und malerische Zugfahrten.

  • Wien – 3 Nächte

  • Budapest – 3 Nächte

  • Krakau – 3 Nächte

  • Prag – 3 Nächte

4. Süden und Mittelmeer

Foto von Rom

Diese Route ist für Genießer: Hier gibt es fantastisches Essen, bahnbrechende Kunst und traumhafte Strände. Die Strecke führt über Mailand, Venedig, Florenz und Rom, optional mit einem Abstecher an die französische Riviera. Bedenke, dass es in der Hochsaison heiß und voll wird.

  • Mailand – 2 Nächte

  • Venedig – 2 Nächte

  • Florenz – 3 Nächte

  • Rom – 3 Nächte

  • Französische Riviera (optional) – 2 Nächte

Tipps für die Planung deiner Interrail Route

Damit dein Interrail-Abenteuer so reibungslos und günstig wie möglich wird, haben wir eine kleine Liste mit Reisetipps für dich vorbereitet:

  • Früh Sitzplätze reservieren: Für beliebte Schnell- und Nachtzüge brauchst du häufig Reservierungen und sie sind häufig ausgebucht.

  • Nachtzüge nutzen: Du sparst eine Übernachtung und legst lange Strecken im Schlaf zurück.

  • In der Nebensaison reisen: Weniger Menschenmassen, niedrigere Preise und entspanntere Atmosphäre.

  • Leicht packen: Bei häufigen Umstiegen ist jedes Kilo weniger im Rucksack ein Segen.

  • Digitale Kopien aufbewahren: Speichere Pass und Reservierungen digital, falls das Original abhandenkommt.

  • Offline-Karten und Fahrpläne herunterladen: So bist du vorbereitet, wenn mal kein Netz da ist.

  • Unterwegs vernetzt bleiben: Zuverlässiges mobiles Internet in jedem Land deiner Route ist das A und O – nützlich für Live-Zugzeiten, Karten und Last-Minute-Buchungen. Stell also sicher, dass deine SIM-Karte Roaming in der EU unterstützt und dass du genug Datenvolumen zur Verfügung hast.

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Wir bemühen uns, alle Informationen korrekt und aktuell zu halten, doch die Preise von Datenpaketen, Interrail-Pässen und Flügen können sich schnell ändern. Sollte dir etwas auffallen, das veraltet oder fehlerhaft erscheint, wende dich bitte an [email protected] – wir sind dir für den Tipp sehr dankbar!

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Häufig gestellte Fragen